Leitbild und Konzept

 

damals

 Für nahezu 400 Jahre war das Kapuzinerinnenkloster ‚Maria der Engel’ ein wichtiger geistlicher Mittelpunkt für Appenzell und die ganze Umgebung:
ein Ort des Gebetes und der Anbetung,
ein Ort, an dem Menschen in ihren vielfältigen Nöten Gehör und Hilfe fanden,
und nicht zuletzt  für die Mädchen der Region ein Ort der Bildung, die damals noch nicht selbstverständlich war. Umso grösser war das Bedauern der Bevölkerung über die Aufhebung des Klosters im Jahr 2008.

heute

Wer die Gebäude heute betritt, spürt noch in ihren Mauern die Atmosphäre von gepflegter Stille und Gebet, die Ausstrahlung der einfachen Schönheit des Hauses, die einlädt zum Innehalten und Nachdenken. An diese reiche Tradition will auch eine neue Nutzung des Klosters anknüpfen.

...und morgen

Im Blick auf die Zukunft des Hauses bleibt es der grösste Wunsch der Schwestern, dass eine andere Ordensgemeinschaft in ihr Kloster einzieht.

Solange dieser Wunsch sich nicht erfüllt, soll die Stätte gleichsam ein 'offenes Kloster' sein, in dessen Mauern  spirituelles Leben für alle weitergepflegt wird:
ein Ort der Spiritualität und der besinnlichen Ruhe;
ein Ort, der den Menschen in seiner Ganzheit, an Leib und Seele, die heilende Dimension christlichen Lebens neu erfahren lässt,
ein Ort der Auseinandersetzung, der zum Fragen anregt und Antworten leichter finden lässt:
für die persönliche Lebensgestaltung und Neuausrichtung,
wie auch für die eigene oder gemeinsame Spiritualität oder zu theologischen und kulturellen Themen.

Unterstützt durch die Einfachheit des Hauses, die Stille des Kreuzganges und des Gartens, können Einzelgäste oder Gruppen zur Ruhe kommen, den Blick für das Wesentliche und die eigene Mitte wieder finden und neue Perspektiven für ihr Entscheiden und Handeln im Alltag entdecken…

der Name

Der Name des Klosters ist dafür Programm: Maria steht als das grosse Zeichen auch am Horizont der heutigen Zeit: Sie tritt vor uns als die Gestalt des heilen, erlösten Menschen. Ihre Aufgabe ist es, uns in unserer innersten Mitte zu Christus hinzuführen, damit auch wir als erlöste/ heilgewordene Menschen die heutige Zeit und Gesellschaft mitgestalten können.

Die Klosterkirche und der ehemalige Schwesternchor mit ihrer Atmosphäre des Gebetes und der Anbetung laden ein, Rast zu machen, Belastendes abzulegen, an der Quelle Kraft zu schöpfen, dem Leben in seinen vielfältigen Beziehungsstrukturen neuen Raum zu geben.